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Donnerstag, 30. Mai 2013

Retox - YPLL (Epitaph)

Retox sind ja mittlerweile beim legendären Punk-Label Epitaph untergekommen, was nicht verwundert - Frontmann Justin Pearson hat mit seiner weiteren Band The Locust schließlich auch schon Scheiben mit Hilfe von Brett Gurewitz unter die Leute gebracht, da kennt und schätzt man sich. Und es gilt auch weiterhin: Wenn man Pearson ein Mikro in die Hand drückt, kommt Krach heraus - aber intelligenter, manischer und immens unterhaltsamer Krach.

Wobei das eigentlich Beeindruckende an "YPLL" ist, dass diesmal gar nicht Pearson im Mittelpunkt steht. Klar, er brüllt und keift immer noch wie eh und je und verpasst jedem Song seine persönliche Note. Begeistern kann diesmal aber vor allem die Instrumentierung - Noise kann nämlich unerbittlich, schnell und aggressiv sein, und trotzdem grandios vielseitig. Die Grundlage ist ein Mix aus Hardcore, Grind und Punk, aber diesmal wird auch gegroovt, im Midtempo der Kopf geschüttelt und leidenschaftlich mitgebrüllt.     

"Soviet Reunion" etwa hat so eine genial frickelig-groovende Gitarrenarbeit, dass man auch als Quicksand-Fan hier begeistert ist, das abschließende "Consider The Scab Already Picked" ist eine Wahnsinns-Hymne ganz zum Schluss. Für Locust-Fans dürfte das stellenweise fast schon zu brav sein, obwohl - dank solcher Brecher wie "Mondern Balls" und Co kommt auch jeder Noise&Rotz-Anhänger auf seine Kosten. Durch sind Retox trotz Songs übrigens schon nach 22 Minuten - manche Sachen ändern sich dann eben doch nicht.