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Freitag, 13. Dezember 2013

Beastmilk - Climax (Svart/Cargo)

Da kommt eine Band aus Finnland, die auf dicke Produktion, Überraschungseffekte und alles andere Aufmerksamkeits-heischende weitestgehend verzichtet, stattdessen altbekanntes in rauen Mengen zitiert - und trotzdem überschlägt sich die Fachpresse Europa-weit förmlich mit Superlativen. Als hätte es die Band geahnt, nennt sie ihr Debüt dann auch noch "Climax". Und trifft damit den viel zitierten Genre-Nagel tatsächlich auch noch auf den Kopf; die Scheibe ist, nicht nur für eine Newcomer-Band, beängstigend gut und sitzt so gekonnt zwischen diversen Stilen, dass vom Punkrocker bis zum Indie-Hörer hier eine breite Masse an Musik-Liebhabern fasziniert sein dürfte.

Beastmilk haben dabei nicht einfach nur eine düstere Ader, sondern dunkles Blut - das vermitteln Songtitel wie "Death Reflects Us", die morbiden Texte und die Verzweiflung, die teils in den Songs steckt. Wie sie diesen Pessimismus vertonen, ist aber ein Paradebeispiel für grandiosen Eklektizismus: Hier findet sich Hymnen-Pathos und ein weltumspannender Gesang, wie man ihn von Interpol und den Editors kennt. Eine düstere Punk-infizierte Ader, die sofort an Misfits und natürlich ebenso an Danzig denken lässt. Dazu ein bisschen Type O Negative, ein bisschen Black Metal, vor allem aber: Viele großartige Momente voller Energie und mitreißendem Rock.

Hier suhlt sich niemand in Tragik, hier wird kräftig düsterer Staub aufgewirbelt. "Climax" ist eine von diesen Platten, bei der man in jeder Sekunde denkt: "Das erinnert mich doch tal an jemand andrees, und zwar....". Und dabei das Kunststück vollbringt, eben doch die eigene Note dem ganzen überzustülpen und so ein eigenes Markenzeichen, einen ganz besonderen Sound zu kreieren. Wie gesagt, die Wahrheit liegt irgendwo zwischen den Editors und den Misfits - schön, dass diese Lücke, von der man bisher gar nicht wusste dass es sie gibt, endlich jemand füllt.