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Montag, 9. Februar 2015

Bonz - Broken Silence (Eternal Sound)

Ich gebe offen zu, Stuck Mojo immer mal wieder ganz gerne gehört zu haben. Allerdings vor allem zu ihren Hochzeiten Mitte der Neunziger - ihr Rap-Metal traf damals vollkommen den Zeitgeist, der Gitarrensound war vielseitig, die Stimme des Frontmannes so ungewöhnlich, dass man die Truppe sehr einfach von den unzähligen anderen Crossover-Kapellen unterscheiden konnte.



Eben dieser Frontmann namens Bonz hat jetzt sein erstes Solo-Album veröffentlicht - und klingt dabei im Grunde so, als hätte es die letzten 20 Jahre nicht gegeben. Immer noch wird gerappt, werden Stakkato-Riffs auf den Hörer losgelassen und einfache Mitsing- und -Hüpf-Hymnen präsentiert. Nicht die schlechtesten, muss man dabei anerkennen - wer sich beispielsweise auch sehr über das neue Bodycount-Album gefreut hat, wird wahrscheinlich auch mit "Broken Silence" seine Freude haben, weil das Ganze authentisch und Stil-treu ist.

Das ändert allerdings nichts daran, dass die Scheibe von Beginn an irgendwie antiquarisch wirkt - es gibt eben wenig Musikstile, die so schlecht gealtert sind wie Neunziger-Crossover. Da ist Bonz keinesfalls Schuld dran - aber er tut eben auch wenig dafür, die Reputation des Genres aufzuwerten. Ein kleiner, netter, aber eben auch kaum Eindruck hinterlassender Trip in die Vergangenheit.