Seiten

Donnerstag, 2. April 2015

Strung Out - Transmisson.Alpha.Delta (Fatwreck)

In den Jahren seit ihrer Gründung 1992 haben Strung Out oft ihren Stil verändert, Fans und Hörer immer wieder überrascht - mal positiv, mal negativ. Trotzdem blieben sie relativ zuverlässig, was das Veröffentlichen neuer Scheiben angeht. Bis zuletzt: Für das neue Album hat man tatsächlich sechs Jahre gebraucht. “You get to a point where you decide if you’re going to go on or stop,” erklärt Jason Cruz die lange Wartezeit. “Everyone kind of just lived life for a little bit. I think that’s pretty important if you consider yourself a songwriter or an artist of any kind. You have to live and experience other things in your life to have something to write about, to give value to what you’re singing about.”



Wer "Transmisson.Alpha.Delta" das erste mal hört, kann ihm da wohl nur recht geben. Die Pause hat Strung Out spürbar gut getan. Die Scheibe klingt eindeutig nach Strung Out - ohne genau an eine der Vorgänger-Scheiben zu erinnern. Vor allem aber ist das Album defintiv das stärkste, was Cruz und Co seit sehr langer Zeit abgeliefert haben - man klingt wieder mitreißender, eingängiger, irgendwie aufgefrischt. Dabei sind die Zutaten die altbekannten. Das Fundament aus Skatepunk und Melodycore, die zahlreichen Metal-Zitate, die gelegentlichen Rock-Experimente.

Aber Stücke wie "Rebellion Of The Snakes" oder "The Animal And The Machine" haben eine Intensität, die Strung Out zuletzt ein bisschen abging. Es gibt aggressive Metal-Riffs ebenso wie einen grandiosen hymnischen Refrain, und am Ende sind das Songs, die schon beim ersten Hören zu neuen Favoriten werden und bei denen man förmlich um eine möglichst baldige Live-Darbietung bettelt. Ähnliches gilt für das grandiose "Nowheresville" - das ist die Auferstehung des 90er-Fatwreck-Sounds in zeitgemäßer Form.

Etwas ungewohnt ist allerdings die Produtkion - im positiven wie im negativen. Wahrscheinlich klangen Strung Out noch nie so gut - aber das führt eben auch dazu, dass sie manchmal schon fast zu wuchtig aus den Boxen kommen. Stellenweise könnte man da auch ein Rise Against-Album in der Anlage vermuten. Das führt insbesondere bei etwas rockigeren Stücken wie den gelungenen "Modern Drugs" oder "Tesla" dazu, dass die Band ungewohnt breitwandig daherkommt, was manchem Fan der ersten Stunde wohl zu glatt klingen wird.

Das ändert aber nichts daran, dass "Transmisson.Alpha.Delta" beeindruckend stark ist - wer Strung Out zuletzt abgeschrieben oder vielleicht sogar vergessen hatte, wird sich wundern, wie gut diese Band anno 2015 (wieder) ist.