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Samstag, 1. August 2015

Templeton Pek - New Horizons (Hardline)

Das vierte Album der drei Jungs aus Birmingham ist da - und wer hofft, dass dieses Review endlich mal ohne die mehrfache Nennung von Rise Against auskommt, muss leider enttäuscht werden. Dafür sind die musikalischen und gesanglichen Ähnlichkeiten weiterhin einfach zu frappierend - auch wenn Templeton Pek ihren Sound durchaus verändert und weiterentwickelt haben.

Das merkt man vor allem zu Beginn der Scheibe - gleich der recht ausufernde Opener "Skylines" gibt eine neue Richtung vor, klaut sich Elemente beim Postrock, setzt auf etwas weniger Tempo und Härte und mehr Vielschichtigkeit - braucht dadurch aber auch etwas länger, bis er mitreißt. Das gilt für viele Songs auf "New Horizons", wodurch die Platte bei den ersten Durchgängen etwas sperriger, nicht ganz so direkt und hymnisch wirkt; ein zwar nicht deutlicher, aber doch spürbarer Schritt weg vom Stadion, hin zu mehr erforderlicher Auseinandersetzung.

Was aber nicht heißt, dass die Band nicht weiterhin auch sehr straighte Ohrwürmer beherrscht - vor allem die zweite Album-Hälfte hat dann einiges zu bieten, was an den sehr gelungenen und eingängigen Vorgänger erinnert. "Lost On You" etwa hat viel 90er-Punkrock-Charme, könnte eben auch ein Rise Against-Demo aus der Frühphase sein - oder eine Hommage an alte Pennywise. Oder "Smoke And Mirrors" - eine mitreißende, sofort ins Ohr gehende Hymne irgendwo zwischen schnellem Punkrock und Midtempo-Melancholie.

So ist "New Horizons" eine behutsame, aber gelungene Weiterentwicklung - immer noch verdammt nahe an Rise Against, aber eben auch erwachsener, fordernder, vielschichtiger.