Donnerstag, 18. Februar 2021

Sick Of It All – Blut und Schweiß (Iron Pages Books)


“Die Geschichte der Koller-Brürder“ heißt das Buch „Blut & Schweiß“ im Untertitel, und besser könnte man es auch kaum treffen – man hat es hier nämlich nicht nur mit einer einfachen Band-Biographie zu tun, sondern tatsächlich mit dem bisherigen Leben der beiden sympathischen Köpfe hinter Sick Of It All. Das Buch ist in direkter Rede verfasst – beide erzählen immer wieder abwechselnd ihre Geschichte, ergänzt durch Statements von vielen Freunden und Weggefährten; die reichen von Napalm Death über H20 bis hin zum deutschen Booker Marc von MAD. 

Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf den frühen Jahren – von der Kindheit in New York, der Nachbarschaft, den ersten musikalischen Prägungen, der Offenheit der damaligen Szene, aber auch der alltäglichen Gewalt und wie all das überhaupt zur Band-Gründung, den ersten Aufnahmen, aber dann eben auch zu der immer positiven, extrem energetischen Herangehensweise an die Band geführt hat. Pete und Lou sind in ihren Aussagen dabei immer sehr direkt – Statements werden nicht abgewogen oder auf ihren Political-Correctness-Faktor überprüft.

Manchmal springen die beiden allerdings auch sehr in ihren Themen – das Buch ist zwar grob chronologisch, aber dann manchmal eben doch ein bisschen chaotisch. Zudem ist es fast ein bisschen schade, wie kurz im direkten Vergleich die letzten Jahre kommen; andererseits liegen die wirklich prägenden Erlebnisse für die Band eben schon ein bisschen zurück, das bleibt bei 35 Jahren Bandgeschichte wohl nicht aus. Als Einblick in die Gedankenwelt eine der einflussreichsten Hardcore-Bands aller Zeiten ist „Blut & Schweiß“ jedenfalls durch und durch gelungen; und die Lust, den einen oder anderen Band-Klassiker mal wieder auszukramen, kommt beim Lesen sehr schnell auf.

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