Freitag, 18. Dezember 2015

Baroness – Purple (Vertigo/Universal)

Von Wiedergeburt zu sprechen ist meist eine überzogene Floskel, im Fall von Baroness macht das Wort aber durchaus Sinn .- nach einem schweren Van-Unfall und dem Ausstieg von zwei Mitgliedern war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass die Band nochmal auf die Beine kommt. Baroness sind aber nicht nur wieder da, sondern vielleicht sogar stärker denn je: „Purple“ ist  für jeden Rock/Metal/Sludge-Fan nochmal ein absolutes Highlight kurz vor Jahresende.


Ähnlich wie ihre Soundkollegen von Mastodon schaffen es Baroness mittlerweile unfassbar gut, dicke, heftige Riffs mit wahnsinnig eingängigen Melodien zu verbinden. Schon der Opener „Morningstar“ begrüßt einem mit gewaltigem Gitarrenausbruch, um fortan die gesamte Band-Klaviatur zwischen orchestralem Pathos, anspruchsvollem progressiven Songwriting und hymnenhafter Eingängigkeit abzufeuern. Im Vergleich zum direkten Vorgänger wurde die Heavyness wieder hochgeschraubt, gleichzeitig ist man poppigen Einflüssen trotzdem noch viel aufgeschlossener.


Das gipfelt dann in gelegentlichen Synthie-Sounds: Der schwelgende Beginn von „Shock Me“ lässt einen fast vermuten, dass gleich Alphaville eine neue Version von „Forever Young“ anstimmen, beim folgenden „Try To Disappear“ klingt der Gesang , als hätten AFI ein neues Stück veröffentlicht. Aber das sind immer nur kurze Momentaufnahmen – immer dann, wenn man kurz davor ist sich über zu viel Ruhe und Melodie aufzuregen, fangen einen krachige und wuchtige Sounds wieder ab und sorgen für ein breites Grinsen. Wer auch nur ansatzweise ein Herz für alles zwischen klassischem Rock, Sludge, Metal, Groove und Melodie hat, kann seine Jahreshitliste mit ziemlicher Sicherheit um diesen Titel erweitern.


Keine Kommentare:

Kommentar posten