Donnerstag, 8. Februar 2018

Hey Ruin – Poly (This Charming Man)

Schon Ende letzten Jahres ist das zweite Album von Hey Ruin erscheinen, manchmal macht es ja aber auch Sinn, Platten erstmal ein bisschen wirken zu lassen, bevor man dazu ein paar Worte verfasst. Und im Falle von „Poly“ ist die Langzeitwirkung definitiv beeindruckender als der erste Hördurchlauf. Bei dem könnte man nämlich denken: Okay, noch eine Band wie Turbostaat, Love A und Captain Planet. Vielleicht mittlerweile mit weniger Punk und deshalb weniger Wumms.


Mit etwas Abstand merkt man dann aber, dass vielleicht genau da auch die Stärke liegt: „Poly“ ist eben nicht direkt straight und zackig, sondern etwas komplexer und in seinen Ausprägungen schwankender. Das ist manchmal schon blumig poppig, fast schon kunstvoll. Um dann später in einer schwelgenden Hymne zu münden.


Der Titelsong ist da so ein Beispiel – rauscht am Anfang oft vorbei, und später fragt man sich dann wieso man nicht gleich erkannt hat wie mitreißend das Stück ist. Und dann wird klar, dass „Poly“ natürlich nicht besser klingt als Turbostaat oder Love A – eben, weil die Band eine deutlich andere Richtung einschlägt und der Vergleich massiv hinkt.


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