Montag, 18. Februar 2019

Millencolin – SOS (Epitaph)


Der Vogel sah schon mal besser aus, die Zeiten sind eben nicht einfach – das Artwork verdeutlicht ebenso wie Album-Name und der mit pathetischem Kinderchor a la Rise Against versehene Titel-Track, dass auch Millencolin aktuell das Gefühl haben, dass vieles nicht so richtig gut läuft. Musik und Text ist dieses latente Unwohlsein aber durchaus zuträglich: Deutlich besser noch als in „True Brew“ zitiert man einerseits die Melodycore-Neunziger, lässt aber den Rock-Tendenzen auch viel Raum, um am Ende ein Album zusammen zu zimmern, das ebenso nostalgisch wie zeitgemäß klingt.


Überraschungen gibt es keine bis wenige – Peinlichkeiten aber eben auch nicht. Stücke wie „Nothing“ oder „Yanny & Laurel“ sind einfach straighter Punkrock, wie man ihn sich von den Schweden wünscht. In „Sour Days“ oder „Reach You“ geht es etwas lockerer, poppiger und trotzdem hymnisch zu. Und so endet man in „Carry On“ ebenso textlich deprimiert wie emotional beschwingt: Mögen Glanztaten wie „Pennybridge Pioneers“ auch mittlerweile unfassbar viele Jahre zurück liegen – relevant sind Millencolin auch 2019 noch.




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