Donnerstag, 5. Dezember 2013

A Wilhelm Scream - Partycrasher (No Idea)

Sechs Jahre sind seit dem letzten Album von A Wilhelm Scream vergangen, gefühlt war die Wartezeit allerdings kürzer - einer Ep und regelmäßigen Touren in der Zwischenzeit sei Dank, wirklich weg von der Bildfläche war die Band jedenfalls nie. Einen Stein im Brett bei der alles andere als kleinen Anhängerschar hat die Band sowieso - vor allem "Ruiner" und "Career Suicide" sind auch Jahre nach ihrem Erscheinen noch Dauerbrenner in vielen Playlisten, und das voll und ganz verdient.

Kleiner ist die Erwartungshaltung an "Partycrasher" dadurch aber natürlich nicht geworden - und leider scheitern AWS diesmal an eben diesen Erwartungen. Nicht dramatisch - aber doch spürbar. Zu Beginn scheint noch alles bestens: Der Opener "Boat Builders" ist fantastisch, bietet Tempo und Energie ebenso wie Hymne und tollen Text. "The Last Laugh" hält dieses Niveau, legt fix los und lässt später einfach jeden in den "I'll Wait Till The End Of The World"-Chorus einstimmen.

Kurz darauf, bei "Devil Don't Know", kommen dann dazu noch die für diese Band typischen gelegentlichen Metal-Riffs mit rein, Tempo und Härte werden munter gewechselt, wilde und doch immer passende Breaks gesetzt. "Partycrasher" verdeutlicht einmal mehr, wie gut sich der Sound von Strike Anywhere, frühen Rise Against und Hot Water Music plus Metal-Shot zu einem grandiosen Hit-Cocktail vermischen lassen, wie hervorragend Pathos-Hymne neben wildem Gitarren-Solo, Chorus neben Hardcore-Pit, rauer Refrain neben nachdenkliche Melancholie-Zeile passt.

Warum dann trotzdem etwas weiter oben das Wörtchen "scheitern", wenn auch mit Einschränkungen? Weil AWS in der zweiten Album-Hälfte spürbar nachlassen. Der Großteil der Hits wird zu Beginn verbraten, danach wird "Partycrasher" etwas generisch. Stimmt natürlich auch nicht durchgängig, "Walkin' With Michael Douglas" etwa ist auch super, und wirklich schlecht klingt die Band ohnehin nie. Aber eben auch nicht ganz so gut wie auf "Ruiner" und "Career Suicide".

Insofern ist "Partycrasher" eben "nur" ein sehr gutes, kein herausragendes Album geworden. Und wer sich sechs Jahre Zeit für eine neue Platte lässt und so die Erwartungen immer höher schraubt, riskiert eben, dass über einen so marginalen Qualitätsverlust schon gemeckert wird....

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