Mittwoch, 3. März 2021

NOFX – Single Album (Fat Wreck)


Man kann NOFX nicht vorwerfen, an ihrem Sound unbeirrt festzuhalten – für eine Punkband mit ihrem Status und ihrer Relevanz sind sie durchaus gut darin, den Kern zu bewahren, und trotzdem neue Facetten hinzuzufügen. Man muss diese Entwicklung aber natürlich auch nicht immer gut finden – sowohl die letzten NOFX-Scheiben als auch die Clown-Episoden von Fat Mike waren nicht für jedermann geeignet.

„Single Album“ setzt diese Entwicklung fort – die Platte ist düsterer, nachdenklicher als vieles, was man sonst so von den Jungs kennt. Das beginnt schon beim fast sechs Minuten langen Opener „The Big Drag“ – der kann, je nach Sichtweise, als episch oder auch einfach als ausufernd langweilig bezeichnet werden. Aber auch die knackigeren, eingängigeren und ansatzweise typischen Songs wie „I Love You More Than I Hate Me“ oder „Birmingham“ kommen nicht ohne eine doch spürbar düstere Schlagseite aus.

Die Texte tun ihr übriges dazu und sind streitbar wie immer. „My Bro Cancervive Cancer“ etwa kann man als bewegend direkt oder irgendwie geschmacklos bezeichnen – wer sonst formt schon Zeilen, in denen sich Chemotherapie auf EP oder diverse Drogen auf „okay“ reimen.

Das zeigt andererseits aber auch nur: NOFX bleiben relevant, weil ihre Platten eben weiterhin kein Abklatsch alter Scheiben, sondern Musik und Texte mit Sprengkraft sind. Da muss „Single Album“ in der gesamten Band-Discographie gar nicht unbedingt weit oben stehen, um trotzdem hörenswert zu sein.


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