Dienstag, 15. September 2015

The Stanfields – Modem Operandi (Rookie Records)

Was ist denn da passiert? Anscheinend wurde es den Stanfields auf Dauer etwas zu eintönig an der Bar-Theke, „Modem Operandi“ ist jedenfalls auf den ersten Blick eine doch deutliche Abkehr von den recht geradlinigen Folk-Rock-Momenten der Vergangenheit. Allein der Opener „White Juan“ hat das Potenzial, alt-eingesessene Fans mal so richtig zu verunsichern: Da kracht und scheppert es, wie es ansonsten nur bei dreckigen Garagen-Bands der Fall ist.


Dabei ist „Modem Operandi“ keine komplette Abkehr der eigenen Wurzeln: „The Marystown Expedition“ startet mit großen Schunkel-Momenten, „Fight Song“ hat einen hymnischen Refrain, und auch später noch gibt es die großen Momenten, die auch gestandene Männer zum Weinen bringen – oder zumindest dazu, mit erhobenem Glas laut mitzusingen. Nur loten The Stanmfields diesmal aus, wie weit sie ihre Songs tragen können – da wird zum Ende hin mal kräftig gejammt, experimentell den Gitarren freien Lauf gelassen oder eine gute Portion Verzerrer-Lärm drüber gestülpt.


Ist der erste Schock verwunden, kann das Album durchaus mit Vielseitigkeit und Spaß am mutigen Experimentieren punkten. Wer seine schottisch-irischen-Stadionhits am liebsten störungsfrei genießt, wird mit diesem Album aber mit Sicherheit längst nicht so glücklich werden wie mit den Vorgängern.


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