Dienstag, 6. Mai 2014

JF Robitaille - Rival Hearts (G Records)

"All I've left behind you can burn - you can have it all". Nein, so richtig positiv klingt JF Robitaille im wunderbaren Beziehungs-Abschiedsstück "Dead Letters" nicht gerade. Und eigentlich auch in keinem anderen der elf Stücke auf "Rival Hearts". Trotzdem ist die Scheibe nicht düster, weinerlich, deprimierend, allen besungenen "Dark Old Days" zum Trotz. Sondern eingängig, vielseitig, emotional komplett mitreißend. Und vor allem: Ziemlich großartig.

Robitaille kommt aus Montreal, in der vergangenheit wurde er vor allem in seiner Heimat immer wieder mit Leonard Cohen verglichen; auch den Namen Bob Dylan ließ die Presse immer mal wieder fallen. Ganz falsch ist das sicher nicht, im Grunde kommen einem aber auch viele andere begnadete Singer- und Songwriter in den Sinn. Vor allem solche, die leise, zerbrechliche Töne ebenso gut beherrschen wie gelegentliche Uptempo-Ohrwürmer; ein guter Schuss Folk steckt in den Stücken nämlich auch drin, und im Vorprogramm von Frank Turner wäre JF Robitaille ganz sicher ziemlich gut aufgehoben.

Die Instrumentierung reicht von klassischer Akustik-Gitarre bis hin zu Piano und Orgel - die Stücke bleiben zwar immer zurückhaltend, aber dabei eben auch komplett unterschiedlich, ein reduziertes "Undevoted", das fast nur von Robitailles Stimme lebt geht einem düsteren Pop-Stück und mit dezenten Synthesizer-Sounds veredelten "Echoes" voraus. Aber so unterschiedlich die Stücke auch sind - nahe gehen sie einem alle.


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