Dienstag, 24. Oktober 2017

William Patrick Corgan – Ogilala

Auch wer sich selbst als glühender Verehrer der Smashing Pumpkins bezeichnet wird Probleme haben alles gut zu finden, was Billy Corgan in den letzten Jahren so verzapft hat. Manches war anstrengend, manches verquer, nur wenig eingängig und mit hoher Halbwertszeit. Umso überraschender, was Corgan jetzt auf „Ogilala“ – seinem zweiten Solo-Album, das erste erschien vor 12 Jahren – zu bieten hat. Auf einmal gibt es nämlich wieder ganz reduzierte, unaufgeregte und doch vor Pathos und Dramatik strotzende Hymnen.


Mag sein, dass Produzent Rick Rubin einen nicht unwesentlichen Einfluss auf den Sound hatte, der natürlich zwangsläufig an Cash und die American Recordings denken lässt. Dem Hörer kann das aber herzlich egal sein, solange so berührende und tolle Songs dabei herauskommen wie hier. Manches geht schnell ins Ohr, manches braucht etwas Zeit um zu wirken, der reduzierte Mix aus der für diese Art von Musik perfekten Stimme, Klavier und ein paar Streichern wirkt und bewegt aber einfach – genauso, wie einst in den ruhigen und bewegenden Momenten von „Mellon Collie“ und Co.




Mal theatralisch, mal eher klassisch im Singer-/Songwriting verortet, aber fast immer bewegend – „Ogilala“ hat das Zeug, viele alte Corgan-Fans wieder zu gewinnen, die über die letzten Jahre nach und nach verloren gegangen sind.

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