Dienstag, 29. September 2015

Editors – In Dream (PIAS)

Nachdem die Editors für ihr letztes Album und die damit verbundenen Stadionrock-Ambitionen reihenweise von Kritikern und Fans abgewatscht wurden, schlägt man mit „In Dream“ wieder einen stilistisch anderen Weg ein – der teils bekannt, teils dann doch überraschend anders ist. Der Opener „No Harm“ ist da ein Paradebeispiel für: Fast schon sphärische Klangwelten, ein ins Falsett abdriftender Gesang – die Editors packen verträumte, flächige Elektro-Kompositionen aus.


Überhaupt ist „In Dream“ ein sehr elektronisches, atmosphärisches Album geworden, wobei man da eine große Bandbreite abdeckt – vom tanzbaren 80er-Synthie-Stücke in Depeche Mode-Manier über verspielte Air-Sounds bis hin zum düsteren, auch für einen Lynch-Soundtrack geeigneten Epos ist vieles dabei. 


In „Salvation“ etwa geht man in Richtung Pathos-Beats, in „Life Is A Fear“ packt man dann den großen Pop-Moment aus und landet einen sicheren Radio-Hit, auch das mit vielen verspielten Sounds aufwartende „Forgiveness“ bleibt schnell im Ohr hängen.  Das ergibt ein dichtes, stimmungsvolles und gewohnt düsteres Gesamtwerk, das vielleicht nicht an die frühe Glanzphase der Band anzuknüpfen vermag – ganz sicher aber auch keine Enttäuschung wie die letzte Scheibe ist.


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