Montag, 17. Juni 2013

The JCQ - Mechanical Young (Hassle Records)


Der Name ist kürzer geworden: Statt dem James Cleaver Quartett hat man es nun also mit JCQ zu tun. Wer jetzt auf die Idee kommt, aus der Verknappung des Bandnamens Parallelen zur Musik herzustellen - von wegen, die Songs sind dann jetzt bestimmt auch kompakter, mehr auf den Punkt, knackiger - könnte allerdings kaum mehr daneben liegen.

Auch JCQ sind nämlich wie James Cleaver ziemlich durchgeknallt und auf einem rücksichtslosen Kreuzzug quer durch alle möglichen Stile. Allerdings verlieren sie dabei weder Melodien noch Party-Taugliochkeit nie aus dem Auge - was "Mechanical Young" zu einer ziemlich spaßigen Angelegenheit macht.

Was haben Mars Volta-artige Prog-Ausflüge, durchgeknallzte Faith No More-Rocker, Dancefloor-geeignete Head Automatica-Hits und Blitz Kids-inspirierte UK-Rock-Punk-Nummern gemeinsam? Genau, nicht viel. The JCQ springen aber von Song zu Song - und gerne auch mal während eines Stückes - eben zwischen diesen Polen hin und her. Da kann "Plainview" noch ein ziemlich satter Rocker sein, bei "Resurrection Avenue" wird trotzdem relaxt geroovt, bei "Aspidistra" gar sommerlich gejammt und das Keybaord rausgeholt.

Klingt anstrengend? Ist es manchmal auch. Aber immer wenn man denkt, dass JCQ es einfach übertreiben mit der progressiven und anspruchsvollen Tour De Force, kommt irgendwo ein Refrain, eine entspannte Zeile, ein direktes Riff um die Ecke, was die Scheibe dann doch wieder in Richtung Ohrwurm dreht. Zwar immer nur ein bisschen - aber weit genug, um zu zeigen, dass sich Anspruch und Eingängigkeit durchaus gekonnt die Klinke in die Hand geben können.

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