Samstag, 2. Mai 2020

The Used – Heartwork (Hassle)

Keine Frage, “Heartwork” dürfte das mit Abstand ambitionierteste The Used-Alum sein. Was nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal sein muss, manchmal heißt „ambitioniert“ ja auch ganz einfach, dass man sich irgendwo beim Wunsch, möglichst komplex und aufregend zu klingen, ganz schön verzettelt. Aber „Heartwork“ – hieß so nicht auch mal ein Carcass-Album? -  gelingt der Spagat aus wilden Soundexperimenten recht gut; bei allem Wunsch, möglichst vielseitig rüberzukommen, bleiben The Used nämlich doch unverkennbar sie selbst.


Das zeigt ein Song wie „Clean Cut Heels“: Dance-Beats, Club-Groove – aber oben drüber eben typischer The Used-Gesang und Melodie. Was natürlich nicht heißt, dass nicht doch einige alte Fans verwirrt oder genervt abschalten werden. Und das gilt für viele Stücke: Sprechgesang, Pop-Punk, Knüppel-Passagen, Indierock – es geht munter hin und her, gerne auch mal in einem einzelnen Song, man nehme etwa „1984 (infinite Jest)“, das vom Panic At The Disco-Zitat bis zum Lärmausbruch so einiges zu bieten hat. Oder „The Lottery“, das sich gar am Prog versucht. Aber man kommt eben auch immer wieder Hit-verdächtig auf den Punkt, Paradebeispiel ist das bereits vorab veröffentlichte „The Lighthouse“ mit Mark Hoppus-Unterstützung.

Klar, hier lebt nicht die explosive Frühphase einer Band neu auf – aber The Used zeigen, wie man trotz immer mehr Massenappeal und Eingängigkeit über die Jahre weiterhin überraschend und aufregend klingen kann, ohne die eigenen Trademarks dabei über Bord zu werfen.




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