Donnerstag, 7. November 2013

The Sky We Scrape - Divides (Gunner)

Geht doch nichts über Bands, von denen man noch nie gehört hat, die dann aber ein Album vorlegen, das einen von der ersten bis zur letzten Minuten förmlich umhaut. The Sky We Scrape kommen aus Chicago, ihr Debüt erschien vor ein paar Monaten in den USA via Paper + Plastic und jetzt bei uns via Gunner Records. Und man kann den beiden kleinen Plattenfirmen nur gratulieren, diese Kapelle ausfindig gemacht zu haben - mittlerweile ist das Postfach der Band nämlich bestimmt mit Anfragen von größeren Labels wie Fat Wreck, Bridge9 und Konsorten vollgestopft. Dem Charme dieser hoch energetischen, mitreißenden und äußerst eingängigen Hymnen kann sich nämlich kaum jemand entziehen.

Das beginnt schon beim Opener "Sing Your Way Home": Da wird einfach mal locker das beste aus Punkrock, (Post-)Hardcore und Rock verschmolzen, ein Spagat von Lagwagon über Hot Water Music bis hin zu Polar Bear Club fabriziert, und ehe man sich versieht singt man laut und inbrünstig "We’ll make our own way home, you’ll get what you deserve" mit. Und damit ist das Hit-Feuerwerk gerade erst eröffnet: "Nocturnal Americans", das straighte "Continental Divide", das wunderbare, perfekt mitgröhlbare "Sweet Vermouth" oder das anklagend-melancholische und trotzdem rockende "The Shortest Distance": Man weiß kaum, welchen Song man zuerst erwähnen soll.

Bei "Albatross" singt noch Garrett Dale von Red City Radio mit und ermöglicht der Band so, den Spannungsbereich von poppiger Melodie und rauem Whiskey-Chor im Refrain noch grandioser auszuleben. Und ein Song wie "Today's Top Story", der exklusiv auf der europäischen Version des Albums zu finden ist, erinnert mit seinem hymnischen "Lass uns in den Armen liegen und laut einstimmen"-Punkrock an beste Lawrence Arms-Großtaten.

Vielleicht ist nicht jeder sofort beim ersten Hören von der Scheibe begeistert - da die Band von poppig bis gebrüllt, von straight bis etwas frickelig eine Wahnsinns-Bandbreite beherrscht, zündet mancher Song erst beim zweiten oder dritten mal. Aber dafür dann nicht nur ein bisschen, sondern gleich richtig. Und wie.


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