Mittwoch, 12. Februar 2014

KMPFSPRT - Jugend Mutiert (Uncle M)

Die Jungs von KMPFSPRT, die man zum Teil ja schon seit Jahren auch aus anderen Bands kennt - etwa von Days In Grief oder Fire In The Attic - sind ziemlich sympathische Typen, so von außen betrachtet. Ein paar Dinge mögen sie aber wohl nicht so gern - unter anderem den ständigen Muff Potter-Vergleich. Insofern ist es besser, wenn sie dieses Review gar nicht erst zu Gesicht bekommen, denn auch ich komme ohne Bezüge zu Nagel und Co nicht aus. Wie denn auch - wenn eine Band wie die erste deutschsprachige Kapelle aus Gainesville klingt, muss man eben auch an Muff Potter denken. Und zwar die aus der Frühphase - "Bordsteinkantengeschichten Relaoded", in etwa. Punkrock meets Pop-Verständnis, heiserer Gesang, Melodien zum ebenso begeistert wie auch verzweifelt mitgröhlen, da ist das eben naheliegend.

Aber nein, natürlich nicht bei jedem Song und in jeglicher Hinsicht. Die Texte sind anders und oft wahlweise skuriler oder direkter, die Chöre heftiger, die Refrains noch mehr mitten ins Gesicht. Gerade der Anfang von "Jugend Mutiert" überfällt einen förmlich mit großartigen Hymnen. Das heisere "Nachtschicht", der straighte HWM-Punkrocker "All My Friends Are Dads", das wahnwitzig eingängige, hibbelige "Am Ende Hell" - viel Spaß beim Versuch, dieses Triumvirat wieder aus dem Ohr zu bekommen.

Zu gleichförmig wird es ebenfalls nie. Manchmal blitzt auch die Hardcore-Vergangenheit durch, etwa bei "Musikdienstverweigerer", wo Felix von Frau Potz für einen Extra-Schuss Aggression sorgen darf, oder dem mit Old-School-Geknüppel verdelten "Keiner Von Millionen". Oder es wird ein ganzes Stück nachdenklicher, etwa bei "Atheist".

Und wem das alles zu sehr nach Lobhudelei klingt, dem sei gesagt, dass "Jugend Mutiert" nicht durchgängig an der Höchstpunktzahl kratzt - die erste Album-Hälfte ist nämlich ein ganzes Stück besser als die zweite. Trotzdem wird hier schon am Anfang des Jahres die Latte für hymnischen deutschprachigen Punkrock ganz schön hochgelegt - und ja, auch wer Muff Potter nicht mochte, sollte hier reinhören. So groß sind die Parallelen ja nun auch wieder nicht......

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen