Freitag, 4. Januar 2019

Billy Bio – Feed The Fire (AFM Records)


Im ersten Moment fand ich den Bandnamen Billy Bio ja recht dämlich und musste an ökologisch fair produzierte Kondome denken. Wenn man weiß, dass Billy Graziadei von Biohazard dahinter steckt, macht der Name allerdings ja wieder irgendwie Sinn. Unabhängig von solchen Oberflächlichkeiten ist allerdings erstaunlich, was der Hardcore-Veteran hier für eine Scheibe vorlegt. Die besteht nämlich mitnichten nur aus prolligem Old-School-Gebolze – auch wenn es das natürlich auch gibt.


Stattdessen wird das gesamte musikalische Repertoire durchdekliniert, das Graziadei beeinflusst hat – von Punk über Hardcore bis Crossover. Das beginnt schon beim Titelsong, der mit seinem mitreißenden Melodic Hardcore-Refrain einen guten Startpunkt setzt und ähnlich schnell ins Ohr geht wie das spätere „Sick & Tired“. Das führt weiter über traditionelle Knüppel-Attacken und ein bisschen NYHC-Gepose zu Streetpunk-Hymnen wie „Generation Z“ und mündet unter anderem in der prolligen Sprechgesang-Attacke in „Sodality“.

Letztendlich also eine Scheibe, die viel abwechslungsreicher, eingängiger und mitreißender ist, als zumindest ich von solch einem Solo-Ausflug erwartet hätte.



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