Dienstag, 21. Mai 2019

Defeater – s/t (Epitaph)


Vieles neu bei Defeater – nach ein paar Jahren Stille wartet Album Nummer 5 jetzt mit leicht angepasstem LineUp, inhaltlichen Veränderungen und neuem Produzenten auf. Die Texte verarbeiten diesmal Archambaults eigene Familiengeschichte, wobei diverse Referenzen zu den Literatur-Klassikern von JD Salinger gesetzt werden, Will Yip (Quicksand, La Dispute) setzt zudem als Produzent auf einen neuen Sound. Was nicht heißt, dass man nicht sofort erkennen würde, dass hier Defeater am Werk sind: Die dichten Sounds, die pure Verzweiflung, die greifbare Intensität – ein Stück wie das bereits vorab veröffentlichte und großartige „Mother’s Sons“ ist einerseits typisch Defeater.


Andererseits demonstriert es aber auch die Veränderungen: Der Gesang sticht weniger heraus, wirkt leiser, ist mehr im Sound integriert. Auf anderen Stücken des Albums wird das noch offensichtlicher – im direkten Vergleich wirkt das hier jetzt wie eine einzige Tonspur, wo man früher noch mehrere wahrgenommen hat. Das sorgt für mehr Dichte, manchmal aber auch für mehr Chaos und weniger Struktur. Bei einem schnellen und harten Song wie „Atheists In Foxholes“ wirkt das Album so etwas matschiger, fast so, als würden Defeater unbedingt versuchen, unprofessioneller zu klingen. Was nicht heißt, dass es an großartigen Momenten fehlt – das dramatisch-chaotische „No Guilt“ etwa hat Hymnen-Charakter. Im direkten Vergleich braucht es diesmal aber doch ein paar Durchgänge mehr, bis sich ähnliche Begeisterung einstellt wie in der Vergangenheit.







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