„30 Jahre, wenig Haare, dicker Bauch“ singen sie im Opener und machen sich Gedanken über das
Seniorenheim und Erwachsenen-Windeln – kommen Frau Mansmann so langsam in eine
vorgezogene Midlife-Crisis? Wobei man bei dieser Band ja ohnehin nie so genau
weiß, was nun ironisch und was ernst gemeint ist. Auf den ersten Blick ist das
nämlich weiter ein wandelndes Deutsch-Punk-Klischee. Einfache Riffs, rotziger (jetzt auch mal weiblicher) Gesang, dann die plakativen Songtitel und der Album-Name oder Zeilen wie „Alles
scheiße, alles Mist wenn Du nicht besoffen bist“ – das mag plump erscheinen.
Ist es auf den zweiten Blick dann aber doch eher nicht,
sondern schaut immer im Stil- und Wortwitz-Fundus der Kassierer vorbei und ist viel smarter und gewitzter, als es viele wahrhaben wollen.
Trotzdem muss man natürlich Reime wie „Schweinebraten, Arschgranaten“ irgendwie
sympathisch finden um an diesem Album Spaß zu haben.
Da man bei der Wortwahl
aber insgesamt etwas zurückhaltender vorgeht als in der Vergangenheit und so
ganz nebenbei auch noch ein paar echt gute Melodien in petto hat, sollte es aber doch recht vielen gelingen, diese Scheibe oft und gerne zu hören.