Montag, 17. November 2014

Unearth - Watchers of Rule (Century Media)

Man kann sich Unearth aus zwei Richtungen nähern. Da wäre einerseits die kritische: Platte Nummer 6, wieder kaum was verändert, fast komplett vorhersehbar, Metalcore eben.

Und dann ist da die genau entgegen gesetzte Richtung - und für die gibt es anno 2014 mehr Argumente als je zuvor. Denn: Unearth sind noch da, die meisten der Bands, die mit ihnen gestartet sind, nicht. Unearth haben sich nie angebiedert, nicht auf einmal melodiöse Refrains in den Sound einfließen lassen, sondern immer kompromisslos auf Härte gesetzt. Und Unearth sind einer der ganz wneigen Vertreter, die dem oft durch den Dreck gezogenen Wörtchen "Mtealcore" noch einen Inhalt geben - "Watchers Of Rule" ist die Blaupause von dem, wie dieser Stil heutzutage klingen sollte.



Das macht schond as vorab veröffentlichte "The Swarm" mehr als deutlich; der Song bringt in wenigen Minuten alle Trademarks der Band aufs Beste zum Vorschein. Das heftige Blast-Intro, das jeden Thrash-Fan jubilieren lässt. Die hymnischen Melodic Death-Gitarren, die sich wie gewohnt in Richtung Göteborg verneigen. und dann, zum Ende hin, die heftigen Breakdowns, die dafür sorgen, dass auch weiterhin jeder Moshpit am Leben gehalten wird.

Wirklich langsam werden Unearth auf "Watchers of Rule" nie, der Groove variiert aber - man pendelt zwischen Kopfnickender Härte ("Never Cease"), hymnischen und traditionellem Pathos ("Trail To Fire") und kompromisslosen, gehetzten Core-Attacken ("Burial Lines", "Birth Of A Legion"). Wie schon gesagt, im Grunde vorhersehbar. Aber in diesem Genre mit das Beste, was es aktuell zu hören gibt.


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