Dienstag, 18. November 2014

VA - Punk Goes Pop 6 (Fearless)

Punk-Bands, die Pop-Songs covern - das Konzept ist Jahrzehnte alt und hat über die Jahre für einige grandiose Party-Hits, diverse peinliche Ausrutscher und ganz viel auf Dauer völlig irrelevantes Mittelmaß gesorgt. Persönlich beschleicht mich allerdings der Eindruck, das bei dem Thema so ein bisschen die Luft raus ist. Die Punk Goes Pop-Reihe ist da ein Parade-Beispiel dafür. Gar nicht so sehr wegen der müßigen Diskussion, ob "Punk" hier überhaupt noch das richtige Wort ist angesichts der ganzen Post(-hardcore), Emo/Screamo- und Indie-Bands, die sich die diversen Chart-Erfolge vorgenommen haben. Sondern wegen dem Ergebnis, das viel zu oft entweder komplett vorhersehbar, uninspiriert runtergerattert - oder im schlimmsten Fall sogar kein Stück härter oder zackiger als das Original klingt.



Unter den 13 Stücken findet sich jedenfalls recht wenig, was bei einer Party zum Sturm der Tanzfläche oder bei einer Autofahrt zum kollektiven Mitsingen führen würde. August Burns Red poltern "Wrecking Ball" von Miley Cyrus immerhin noch im halbwegs heftigen Gewand herunter, Upon A Burning Body haben zumindest Ice T als Gast, um aus der Rap-Hymne “Turn Down For What” eine satte, prollige aber eben deshalb unterhaltsame Crossover-Nummer zu machen. Oceans Ate Alaska hingegen schießen übers Ziel hinaus, versuchen aus “Drunk In Love” von Beyonce ein Metalcore-Monster zu machen, das Endergebnis hat aber bestensfalls Skizzen-Charakter.

Und Bands wie Youth In Revolt (“Royals” / Lorde), Crown The Empire (“Burn”/Ellie Goulding) oder Volumes (“Hold On, We’re Going Home” / Drake) verlieren sicbh weitestestgehend in derart beklanglosem College-Radio-Pop, das man sich tatsächlich lieber die Originale anhört. Immerhin: Palisades machen ganz zum Schluss aus dem wirklich überall zu Tode geduldeten “Happy” von Pharrell Williams eine annehmbare Elektro-Core-Hymne. Ein zumindest halbwegs versöhnlicher Abschluss für eine ziemlich überflüssige Compilation.


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