Mittwoch, 17. August 2016

Billy Talent – Afraid Of Heights (Warner)

Ein ganz eigener Stil kann Segen und Fluch zugleich sein – das durften Billy Talent in den letzten Jahren feststellen. Einerseits gibt es nur wenige Bands, die man so schnell erkennt – markantem Riffing und ungewöhnlichem Gesangsorgan sei Dank. Andererseits ist der Vorwurf, sich zu wiederholen und „immer das gleiche“ zu machen, so auch schnell zur Stelle. Mit dem düsteren „Dead Silence“ hat man diesen Teufelskreis zuletzt etwas durchbrochen, allerdings zu Lasten gesunkener Hitdichte. Und „Afraid Of Heights“ geht diesen Weg weiter – der schwierige Spagat aus neuen Einflüssen und bekanntem Stil ist aber einmal mehr nicht komplett überzeugend.


Trotz der Verschlimmerung des Gesundheitszustandes des an MS erkrankten Drummers Aaron, der auf dem Album auch thematisiert wird, ist die Platte insgesamt wieder etwas positiver ausgefallen. Und es gibt auch zackige Ohrwürmer – das punkige, aber arg simple „Louder Than The DJ“, das Party-taugliche „Time-Bomb Ticking Away“ oder auch das abwechslungsreiche Titelstück etwa. Diese Songs funktionieren nach bekanntem Schema und sind trotz neuer Einflüsse grundsätzlich typische Billy Talent-Kost.


Daneben stehen dann aber Songs wie "Rabbit Down The Hole" oder „The Crutch“ – da wird wild gefrickelt, auf Classic Rock-Momente gesetzt, das Tempo arg gedrosselt – und eben in diesen Momenten wirken Billy Talent eher bemüht als überzeugend, es fehlen Leidenschaft und Energie, und dem Album geht Homogenität komplett ab. Das mag aus Musiker-Sicht verständlich sein, wird es alten Fans aber stellenweise schwer machen – und ist dann auch wieder nicht besonders genug, um viele neue Hörer zu überzeugen.


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