Bei 88 Fingers Louie hatten die meisten wohl nicht mehr
wirklich mit einer neuen Platte gerechnet – wenn man sich denn überhaupt noch
an die Band erinnert, denn auch in den Neunzigern gehörten sie nicht unbedingt
zu den populärsten Punk-Bands. Die große Bekanntheit wird die Band allerdings
auch anno 2017 nicht mehr erlangen, was weniger an den fast 20 Jahren
Funkstille, sondern eher an dem recht typischen Melodic-Punkrock-Sound liegt.
Zwar hat man mit „Meds“ einen großartigen Opener, der mit
Aggression und einem Schuss Depression Bands wie Bad Religion zitiert, danach
erreicht man diese Klasse aber nicht mehr ganz: „Thank You for Being a Friend“
ist durchgängig solide, aber kein Leuchtturm im Skatepunk-Universum. Straight, mal mit etwas Old school-Härte,
dann wieder etwas poppiger läuft das Album gut durch, ohne allerdings die ganz
großen Hymnen abzuliefern. Für Fans und für einen nostalgischen Trip ein paar
Hördurchgänge wert, qualitativ aber längst nicht so gut wie viele andere
Comeback-Alben.