Donnerstag, 28. September 2017

The Movielife – Cities In Search Of a Heart

Was habe ich Movielife geliebt – damals. „It’s Go Time“ und vor allem „This Time Next Year“ – fantastische und prägende Scheiben irgendwo zwischen Punk, Emo und einem Schuss Hardcore. Jetzt hat man fast 15 Jahre nichts veröffentlicht, sich zwischenzeitlich aufgelöst, um jetzt mit einem neuen Album um die Ecke zu kommen. Kann das nach so langer Zeit gut gehen? Die Antwort ist ein ziemlich eindeutiges „Naja“.


Dabei geht es gut los: „Ski Mask“ knüpft schon irgendwie an alte Zeiten an, ist zackig, eingängig und voller Punkrock-Spirit. Das folgende „Mercy Is Asleep At The Wheel“ zwar deutlich melancholischer und langsamer, aber so grandios vorgetragen, dass man ebenso leidenschaftlich mitsingt wie einst und die Hymne schnell ins Herz schließt. Danach wird es aber immer wieder ganz schön handzahm – und leider manchmal auch beliebig.


Das geht manchmal gut: „Sister Saint Monica“ klingt wie frühe Weezer auf dem blauen Album, bei Stücken wie „Pour Two Glasses“ wird das ganze zu sommerlich-melancholischem Folk-Pop oder bei „Lake Superior“ zu gefälligem und im Ohr hängen bleibenden Pop-Punk. Einige andere Stücke schlängeln sich aber so zurückhaltend und unauffällig an einem vorbei, dass sie auch nach vielen Durchgängen einfach nicht hängen bleiben wollen. Das ändert zwar nichts daran, dass die Rückkehr von The Movielife grundsätzlich schon ganz schön ist. Der Abstand vom neuen Album zu den tollen Frühwerken ist nichtsdestotrotz gewaltig.


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