Freitag, 25. März 2016

Motorpsycho – Here Be Monsters (Stickman)

Monster müssen nicht laut und aggressiv sein – wenn es nach Motorpsycho geht, können sie auch auf leisen Sohlen und ziemlich relaxt daher kommen. „Here Be Monsters“ legt jedenfalls äußerst entspannt los – sanfte Klavier-Klänge dienen als Prelude, bevor danach erst einmal minutenlang den Sechzigern und ausufernden Prog-Gitarren gehuldigt wird.


Auch danach dauert es einige Zeit, bis Tempo und Lautstärke etwas angezogen werden: Erst bei „I.M.S.“, dem vierten Stück auf der Platte, zeigen die Norweger, dass sie immer noch durchaus rocken können. Wer an Motorpsycho aber vor allem die prägnanten, direkten Nummern schätzt, wird „Here be Monsters“ wohl eher wieder für ein schwächeres Album halten: Zu ausufernd sind die Arrangements, immer wieder geht es über viele Minuten hinweg in wilde Jams.


Aber auch im progressivsten und ausschweifendsten Moment wird die Melodie nicht vergessen – kurze Folk-Zitate, schöne Chöre, verträumte Harmonien bilden das Bindeglied zwischen den ausschweifenden Momenten, in einem Stück wie "Spin, Spin, Spin" - dem eingängigsten Song auf dem Album - übernehmen sie auch mal die Oberhand. Insofern ist auch „Here be Monsters“ wieder zweifelsohne ein gutes Motorpsycho-Album – das aber mit seiner relaxten Grundhaltung nicht jeden Fan der Gruppe gleichermaßen begeistern dürfte.


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