Freitag, 29. Juli 2016

Descendents - Hypercaffium Spazzinate (Epitaph)


Schon ab dem Opener „Feel This“ ist klar: 12 Jahre Pause zwischen der neuen und der letzten Platte bedeuten überhaupt gar nichts, wenn man Descendents heißt. Konnte man sich ja irgendwie denken – die Band war über all die Jahrzehnte schon immer herausragend gut auf der einen und berechenbar auf der anderen Seite; und daran ändert sich auch 2016 nichts.


Es gibt die zuckersüßen Pop-Punk-Hymnen ebenso wie die rotzigen Hardcore-Punk-Prügelausflüge. Vielleicht sind letztere diesmal ein ganz kleines bisschen weniger kratzig – „Victim Of Me“ oder „Fat Burger“ sind zwar energetisch, aber am Ende irgendwie trotzdem anschmiegsam in den Gehörgängen. Vielleicht liegt es auch daran, dass „Hypercaffium Spazzinate“ wohl das homogenste Descendents-Album ist – wo sich auf früheren Scheiben die Knüppel-Attacke für die Kaffee-Tasse neben den melancholischen Sommerhit stellte und die Brüche zwischen den Songs teil massiv waren, fühlt sich diesmal alles mehr wie aus einem Guss an.


Die Extreme sind dadurch etwas abgefeilt, die Hitdichte aber nicht kleiner: „Shameless Halo“, die Bad Religion-artige Hymne „Testosterone“, das sommerliche Gute-Laune-Stück „On Paper“ oder das tolle „Smile“: Lauter kleine neue Lieblingssongs sind garantiert. In der großartigen Descendents-Diskographie ist „Hypercaffium Spazzinate“ vielleicht nicht die neue Speerspitze – aber doch ein würdiger neuer Bestandteil der keinen Anhänger enttäuschen dürfte.


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