Dienstag, 12. Juli 2016

Useless ID – State Is Burning (Fat Wreck)

Useless ID sind eine halbe Ewigkeit dabei – seit 22 Jahren, um genau zu sein – und in den mehr als zwei Jahrzehnten haben sie diverse mal sehr gute, mal solide Scheiben veröffentlicht. Mit „State Is Burning“ legt man jetzt allerdings einen absoluten Kracher vor, den ich von den Israelis in dieser Qualität ehrlich gesagt nicht erwartet hatte; diese Scheibe ist Punkrock in Bestform und präsentiert in fantastischer Form eben genau den Sound, der Fat Wreck in den Neunzigern so groß machte.


Denn natürlich bedienen sich Useless ID ganz ungeniert im Punkrock-Regal: Der ruppige Opener „Land Of Idocracy“ ist an frühe Bad Religion angelehnt, das schnelle „Stopwatch“ zitiert frühe Rise Against, bevor man in „Borrowed Time“ in hymnischen Midtempo-Pop-Punk umschwenkt. „Creation“ oder das Titelstück könnten auch von Anti-Flag stammen, das wunderschöne „Detune“ ist durch und durch No Use For A Name.


Praktisch jeder Song hier erinnert also an die eigenen Punkrock-Lieblingsbands. Ist „State Is Burning“ dadurch weniger eigenständig? Vielleicht. Aber: Bei so viel Hymnen, tollen Chören, wunderbaren Melodien und so mitreißender Energie wäre es schon ganz schön kleinlich, sich darüber zu beschweren und dieses Album nicht bedingungslos abzufeiern.


1 Kommentar:

  1. Gerade habe ich das Album zum ersten Mal gehört und denke mir: Wow! Solch ein Album hätte ich von Useless ID in der Form jetzt nicht erwartet! Die sympathischen Jungs aus Haifa sprühen regelrecht vor Spielfreude, ohne dabei die Ernsthaftigkeit in den Texten außer Acht zu lassen. Die Songs erinnern nicht nur an die Lieblings-Punkrockbands; sondern es scheint auch so, als hätten Useless ID alle positiven Elemente aus den einzelnen Vorgängeralben zu diesem Hammerwerk zusammengefasst! Damit betritt das Quartett zwar keine neuen Sphären, aber es ruft einem ins Gedächtnis, wie wunderbar melodischer Punkrock einfach ist!

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