Dienstag, 26. Juli 2016

Good Charlotte – Youth Authority

2016 ist ein gutes Jahr für Pop-Punk-Comebacks – nach Blink182 legen jetzt auch Good Charlotte nach längerer Abstinenz eine neue Scheibe vor. Manch einer wird jetzt zwar meckern, dass man die beiden Bands doch gar nicht vergleichen könne und Good Charlotte schon immer mehr Teenie-Schwarm als Pop-Punk waren – nichts destotrotz wird es aber vor 10 oder 15 Jahren genügend Leute gegeben haben, die die Alben beider Kapellen gleichermaßen abgefeiert haben.


„Youth Authority“ ist dann auch eine ziemlich klassische Rückbesinnung auf den frühen Sound der Maddens – Good Charlotte experimentieren nicht wie in ihrer späteren Phase mit Beats und Tanzflächen-Rhytmen, sondern setzen fast durchgängig auf einfach gestrickte Pop-Songs. Das ergibt zwar keine Überraschungen, aber doch ein paar tolle Sommer-Ohrwürmer: Das eröffnende „Life Changes“, das an frühe Sugar Ray erinnernde „40oz Dream“, das Power-Pop-Stück „Keep Swingin“ mit Kellin Quinn von Sleeping With Sirens  oder „The Outfield“, das schon extrem an die „Rich&Famous“-Zeiten erinnert– allesamt kleine Hits.


Je ruhiger die Band wird, desto belangloser klingt sie allerdings auch: Das schmalzige „Cars Full Of People“ oder das erschreckend schwülstige „Reason To Stay“, das trotz Gastgesang von Simon Neil (Biffy Clyro) im Mainstream-Pathos-Radio-Rock absäuft, lassen einen immer wieder zur Skip-Taste greifen. Trotzdem ist „Youth Authority“ am Ende des Tages besser, als viele wohl erwartet hätten – die Scheibe enthält doch einige Momente, die länger im Ohr bleiben als nur ein paar Sommer-Wochen.


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