Freitag, 12. Oktober 2012

Converge - All We Love We Leave Behind (Epitaph)

Sparen wir uns die ganzen üblichen Lobhudeleien - weiß doch eh jeder, dass Converge in Sachen vertonte Aggression eine Ausnahmeerscheinung und Klasse für sich sind. Konzentrieren wir uns lieber auf das, was Album Nummer 8 vom 2009 erschienenen und für Converge-Verhältnisse recht zugänglichen Vorgänger unterscheidet. Und was den gewohnt düsteren, unerbittlichen und von der ersten bis zur 38. Minute mitreißenden Strudel aus Noise, Metal, Hardcore und Atmosphäre noch beeindruckender macht. Da gibt es nämlich einiges.

Setzten Converge beim letzten Mal noch auf zahlreiche Gastbeiträge, hat man sich diesmal wieder auf sich selbst konzentriert. Der Abwechslung schadet dies allerdigs nicht, im Gegenteil - der Lärm-Kosmos von Ballou, Bannon und Co. ist über die Jahre immer variabler geworden, was jetzt in "All We Love We Leave Behind" gipfelt.

Ob im vergleichsweise direkten Metalcore-meets-Thrash-Geboller von "Tresspasses", dem klassischen Metal-Gegniedel von "Sadness Comes Home" (überhaupt spielt Ballou so Metal-lastig wie lange nicht), dem schleppend düsteren Doom-Ungetüm "Coral Blue" oder instrumentalen Sound-Zwischenwänden wie "Precipice" - Converge klingen so bunt, wie es ihr düsterer Höllen-Kosmos zulässt. Vor allem aber scheinen sie mit den Jahren immer noch raffinierte Songkonstrukte zu erschaffen, die sich dem Hörer dennoch immer schlüssig präsentieren und nie verkopft, sondern wie aus einem Guss wirken. Beeindruckend, wie man von dieser Band trotz immenser Erwartungshaltung nie enttäuscht wird.

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