Dienstag, 23. Oktober 2012

Goodtime Boys – What’s Left To Let Go (Bridge9)

Mit den Goodtime Boys hat Bridge9 ein weiteres Mal eine Band aus Europa unter Vertrag genommen, und wer sich diese zehn Songs des Debüts (das eigentlich eine Doppel-EP ist) anhört, versteht auch schnell, warum. Einerseits ist die Band nämlich einfach verdammt gut. Andererseits spielt sie aber auch genau den Sound der Stunde, mit dem zuletzt die eine oder andere Band (nahezu) durch die Decke gegangen ist. Anders gesagt: Die Goodtime Boys haben nicht nur schon Konzerte mit Pianos Become the Teeth, La Dispute und Touche Amore gespielt - sie haben deren Platten ganz sicherlich auch mehr als ein- oder zweimal gehört.

Was aber nicht heißen soll, dass die Truppe aus Großbritannien kopiert; man klingt an vielen Stellen eben nur einfach ähnlich, angefangen beim gesprochenen oder geschrieenen Gesang, den brachialen Riffs, schnellen und häufigen Breakdowns und Stimmungswechseln und den chaotisch anmutenden, aber unter der lärmigen Oberfläche doch so geschickt arrangierten Kompositionen. Man nehme etwa Daylight - was für eine mitreißend-chaotisch Abrissbirne voller atmosphärischer Momenten, oder dem heftigen Abschlussduo "Bliss" und "Sleep", was einen mit seiner Intensität und Wucht mehr als nur beeindruckt.

Ach ja, wer die Band schon kennt, wird sich eventuell über die Songliste wundern - nur fünf der zehn Songs sind wirklich neu, der Rest wurde bereits auf der schon erschienenen ersten EP "Are We Now or Have We Ever Been" platziert. Qualitativ unterscheiden sich die beiden Teile dieser vermeintlichen Doppel-EP aber nicht; wer die Jungs neu kennen lernt sollte "What’s Left To Let Go" einfach als eigenes Album betrachten - und ob der Qualität der Songs wirklich beeindruckt sein.

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