Montag, 1. Oktober 2012

Strike Anywhere - In Defiance of Empty Times (Bridge9)

Vor ein paar Wochen veröffentlichten Polar Bear Club ein Live-Album mit reduzierten Versionen einiger ihrer bekanntesten Songs - und konnten für die durchaus solide Scheibe nicht viel mehr als das Quasi-Todesurteil "Für Fans" einheimsen. Jetzt legen Strike Anywhere eine ähnliche Platte nach: Elf Songs, darunter einige ihrer größten Hits - akustisch gespielt und aufgenommen bei gleich zwei Shows, eine in Richmond, eine in Rochester. Bei letzterer spielte man übrigens eine Benefiz-Show zusammen mit Polar Bear Club, womit sich der Kreis wieder schließt. Und gilt auch hier wieder, dass die Platte "für Fans" empfehlenswert ist, sonst eher nicht? Schon - aber erst nach der ersten Hälfte.

Die ersten sechs Songs lang ist man nämlich begeistert - "We Amplify" oder "Chorus Of One" funktionieren auch akustisch hervorragend - weil Thomas Barnett eine beeindruckende, ganz eigene Stimme hat, die sich auch für "Angry Folk" wunderbar eignet - hier wird zwar kein Moshpit entfacht, laut mitsingen will man trotzdem. Auch der zweite Teil des Albums hat eine tolle Songasuwahl zu bieten - "Timebomb Generation" oder "Extinguish" etwa. Während allerdings die ersten Songs allesamt mit einer tollen, sehr direkten Aufnahmequalität punkten können, die den Songs ebenso gerecht wird wie der Live-Atmosphäre, hat die zweite Hälfte den "Charme" eines schlechten Bootlegs - eigentlich ja schön, wenn man das Publikum hören kann, aber nicht, wenn man das Gefühl hat, dass die Songs von jemandem irgendwo hinten im Saal mitgeschnitten wurden.

So verspielt die Scheibe zum Ende heraus viel von den Sympathien, die man in der ersten Viertelstunde gewonnen hatte - und statt einer Lobeshymne bleibt am Ende doch wieder nur eine nette, aber nicht essentielle Scheibe. "Für Fans" eben.

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