Mittwoch, 27. April 2016

NH3 – Hate & Hope (Long Beach Europe)

Mal wieder was für die Allgemeinbildung: „NH3 - die chemische Verbindung für Ammoniak - ist im menschlichen Körper unverzichtbar für den Auf- und Abbau von Aminosäuren zuständig“, sagt das Presse-Info zum dritten Album der Italiener, und weiter: „Gleichzeitig fungiert Ammoniak als Reinigungsmittel mit dem die Band in den frühen Tagen ihren Proberaum geputzt hat und dessen stechender und beißender Geruch unverwechselbar in der Nase haften bleibt.“ Soll also keiner sagen, die Band hätte sich nicht Gedanken gemacht über ihre Benennung.


Über die Musik natürlich ebenso – auch wenn man Italienisch sprechen müsste, um alle Texte zu verstehen, sind einzelne englische Passagen wie „No One Is Illegal“ mehr als eindeutig; NH3 sind politisch engagiert und höchst motiviert, Missstände anzuprangern und Position zu beziehen. Ihr leidenschaftlicher Ska-Core, der auf Energie ebenso setzt wie auf sehr eingängige Melodien, unterstreicht das Beispielhaft.


Zahllose OhOh-Chöre, schnelle Bläser-Einsätze, hymnische Refrains: Der Songaufbau ähnelt sich, der Ohrwurmfaktor aber auch. NH3 befinden sich damit in bester Gesellschaft irgendwo zwischen The Prosecution und Talco – man kennt den Sound zwar schon, wird angesichts der gebotenen Qualität als Fan von Ska-Core kaum Kritikpunkte finden.



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