Freitag, 29. April 2016

Venerea - Last Call For Adderall (Destiny)

Da sind sie wieder, die Schweden von Venerea – wobei sie ja eigentlich nie so richtig weg waren. Aber die Band gehört eben nicht zu den aktivsten – in den 25 Jahren seit Gründung gab es immer wieder längere Phasen, in denen kaum etwas passierte. Vielleicht ja auch, weil der Band im Rahmen der Skatepunk-Welle in den Neunzigern viele den ganz großen Durchbruch zutrauten, der dann aber doch nie kam.


Jetzt jedenfalls veröffentlicht das Quartett um Gitarrist und Gründungsmitglied Daniel „Dana“ Johansson Ende April sein sechstes Album „Last Call For Adderall“ – und überzeugt darauf mit viel Energie und Tempo; alt oder müde sind die Jungs jedenfalls nicht, wovon auch die politisch höchst engagierten Texte zeugen. Der Sound ist dabei gewohnt klassisch, allerdings irritiert die Produktion teils etwas – gerade der Gesang hat eine Prise zuviel Hall abbekommen, viele eingängige Refrain-Zeilen kommen so mit einer ungewohnt pathetischen Powermetal- und Meat Loaf-Note.


Das ändert glücklicherweise aber kaum etwas am grundsätzlich mitreißenden Albumverlauf: 14 Songs lang gibt es sehr straighten, schnellen und höchst melodischen Skatepunk alter Schule irgendwo zwischen Satanic Surfers und Pennywise, ohne dass die Band der Versuchung nachgeben würde den Sound zu modernisieren oder mit softeren Indie- oder Pop-Tönen zu glätten. Wirklich neue Fans wird das den Skandinaviern wohl nicht bringen – die zahlreichen alten können sich aber mal wieder über ein alles andere als altersmildes Lebenszeichen freuen.


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