Dienstag, 14. Juni 2016

Disco//Oslo – Tyke (Kidnap)

„Noch so eine Turbostaat-Band“ könnte man nach den ersten Sekunden von „Tyke“ denken – um kurz danach gut gelaunt mit dem Kopf zu nicken und sich auf einen kommenden Ohrwurm vorzubereiten. Denn natürlich sind Disco//Oslo oberflächlich betrachtet eine weitere von diesen wütenden deutschsprachigen Kapellen, von denen es aktuell so viele gibt – irgendwo zwischen Pascow und Turbostaat sieden sich auch diese Oldenburger an.





Allerdings sind sie eine ganze Ecke rotziger, lauter, härter als so vieles, was aktuell als neue deutsche Punkwelle beschrieben wird. Wer an „Abalonia“ etwa die zahlreichen nachdenklichen, ruhigen und Postrock-artigen Momente nicht mochte, kann sich hier auf nahezu durchgängig hohes Tempo, lärmende Wut und ununterbrochene Dringlichkeit freuen - der Gesang bleibt durchgängig getrieben, das Drumming intensiv, die Riffs laut. Und trotzdem beweist die Band immer wieder ein Händchen für tolle Melodien und einen gewissen Pop-Appeal – „Tyke“ ist ein ebenso energetisches wie eingängiges Vergnügen.


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