Montag, 6. Juni 2016

Thrice - To Be Everywhere Is to Be Nowhere (Vagrant)

Fünf Jahre sind seit Major/Minor vergangen, und immer noch wird es viele Hörer geben, die bei jedem neuen Thrice-Album hoffen, dass die Band wieder „lauter, schneller, wilder“ wird. Und auch wenn man sich einreden kann, dass Thrice anno 2016 mehr Wut und Aggression versprühen als zuletzt – im Grunde ist auch To Be Everywhere Is to Be Nowhere erneut wieder nur eingeschränkt (Post-)Hardcore, sondern vor allem Alternative Rock. Allerdings über weite Strecken die beste Art von Alternative Rock, die man sich wünschen kann.


Das beginnt schon beim verdammt starken Intro-Duo „Hurricane“ und „Blood On The Sand“ – ersteres ein immens atmosphärisches Mid-Tempo-Stück, zweiteres ein ebenso eingängiger wie mitreißender Ohrwurm, der alternative Tanzflächen ebenso begeistern dürfte wie Lärm-tolerantere Radiosender.  Und es gibt zahllose dieser wahnsinnig hymnischen, direkten, jegliche Plattitüden vermissen lassenden Rock-Momente: „Wake Up“, das fantastische „Black Honey“ oder „Death From Above“ sind mitreißend und poppig genug, um auch große Hörermengen zu überzeugen, aber smart und rotzig genug, um die treuen Thrice-Fans nicht zu vergraulen.


Nur ganz selten – etwa im unnötig kitschigen „Stay With Me“ – kippen Thrice vorübergehend ab ins Format-Rock-Nirvana. Aber das sind kleine, tolerierbare Ausrutscher – in einem ansonsten großartigen Comeback-Album.




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